Die grössten ereignisse, das sind nicht unsere lautesten, sondern unsere stillsten stunden

Friedrich Wilhelm Nietzsche, Philosoph

Warum sehnen wir uns nach dieser Stille, weichen ihr aber oft lieber aus? Und was finden wir, wenn es um uns und in uns still wird?

SOGAR DIE STILLE kann laut sein. Das fällt auf, wenn man sich etwas näher mit dem Thema beschäftigt. Überall neue Stille-Bücher und Einladungen zu Stille-Retreats, Stille-Räume in trubeligen Innenstädten und Stille-Reisen in entlegene Wüstenregionen. Bei so viel Angebot zu Stille kann  in unserem Leben nicht viel Stille sein. Eher eine große Sehnsucht. Das Verlangen, Geräuschen, Bildern, Mails und Terminen etwas entgegenzusetzen. Das Verlangen, dem kräftezehrenden Immer-Schneller, Immer-Weiter, Immer-Mehr einmal Einhalt zu gebieten. Innezuhalten und sich nach innen zu wenden.

ALLEINSEIN

Yogis und Sadhus ( ist im Hinduismus ein Oberbegriff für jene, die sich einem religiösen, teilweise streng asketischen Leben verschrieben haben, besonders bezeichnet es die Mönche der verschiedenen hinduistischen Orden) ziehen sich seit alters her in Höhlen im Himalaja zurück, die Urchristen haben in der Wüste meditiert, selbst Jesus und Buddha wählten zeitweise bewusst die Einsamkeit. Denn so sehr der Mensch ein soziales Wesen ist und sich erst in der Verbindung und Auseinandersetzung mit anderen entwickelt, so wichtig ist es dennoch, von Zeit zu Zeit alleine zu sein.

Eine Gelegenheit zu Klärung, Erkenntnis, Transformation. „So wie der Schlaf wichtig ist für das Wohlbefinden des Körpers, so ist das Alleinsein notwendig für das Wohlbefinden der Seele.“

MEDITATION UDN KONTEMPLATION

Für Yogis ist die Meditation das, was in philosophischen und religiösen Zusammenhängen die Kontemplation oder auch das Gebet ist – eine Praxis der inneren Sammlung und geistigen Ausrichtung. Sie enthält fast immer das Schweigen und oft auch das Alleinsein. Aber hier kommt noch etwas anderes hinzu: die bewusste Konzentration auf oder gar die Versenkung in etwas, das nur im Inneren stattfindet.

Im Yoga nennen wir das Citta Vritti Nirodha das Zur-Ruhe-Kommen der Gedankenwellen.

Hier eine kurze Übung für DICH:

ATEMMEDITATIONEN sind einfach zu erlernen. Sie beruhigen das Nervensystem und lindern Stress.

1. Versuche, möglichst aufmerksam zu verfolgen, wie du atmest: langsam oder schnell? Tief oder flach? Durch den Mund oder durch die Nase? Wenn möglich, atme beim Meditieren durch die Nase.

2. Kannst du spüren, wie die Luft durch die Nasenlöcher strömt? Wie die Nasenlöcher sich beim EA ein wenig weiten? Wie fühlt sich die einströmende Luft an?

3. Kannst du spüren, wie sich dein Brustkorb weitet? Atme bis tief in den Bauch hinunter. Kannst du spüren, wie sich deine Bauchdecke hebt und senkt?

4. Irgendwann wirst du bemerken, dass du nicht  mehr auf deinen Atem achtest, sondern an etwas ganz anderes denkst. Das ist ok. Diesen Moment überhaupt wahrnehmen, dass ist ACHTSAMKEIT, nach der wir streben.

5. Lass den Gedanken dann weiterziehen. Konzentriere dich wieder auf den Atem.

Dauer zu Beginn: 5-10 Min. (stelle dir einen Timer)

Nun wünsche ich dir viel Spaß beim Abtauchen in die STILLE